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Neue Beispiele aus den Regionen

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Übergang Schule-Beruf: Gute Praxis in den Regionen - aktuelle Beispiele

Gute Praxis im Übergang Schule–Beruf: In Herne entdecken Jugendliche ab Klasse 8 beim Aktionstag „Move2Beruf“ Betriebe vor Ort. Im Kreis Recklinghausen findet der StuBo-Arbeitskreis nun zweimal im Jahr ganztägig statt – für mehr Austausch und Praxisnähe. Der WorkExperienceDay im Kreis Heinsberg bringt Jugendliche und regionale Betriebe zusammen. 

Kommunale Koordinierungsstellen - Beispiele guter Praxis

Die Kommunalen Koordinierungsstellen sind wichtige Ansprechpartner beim Übergang Schule-Beruf und unterstützen mit ihren Aktivitäten die Umsetzung des Übergangssystems "Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf in NRW". Hier finden Sie die aktuellen Beispiele guter Praxis.

Beispiele guter Praxis zum Herunterladen

Berufliche Orientierung

Move2Beruf – Jugendliche entdecken Betriebe vor Ort

In Herne führte das bisherige Azubi-Speed-Dating in den letzten Jahren nicht mehr zum gewünschten Erfolg. Der Fokus lag dabei auf dem Matching – noch bevor die Jugendlichen eine berufliche Orientierung und ein Verständnis für betriebliche Abläufe und Anforderungen hatten. Aus dieser Erkenntnis entwickelte das Herner KAoA-Netzwerk (Kein Abschluss ohne Anschluss) den Aktionstag „Move2Beruf“. Er bietet Jugendlichen ab Klasse 8 die Gelegenheit, potenzielle Betriebe für eine Berufsfelderkundung, ein Praktikum oder eine Ausbildung persönlich kennenzulernen und dadurch der richtigen Berufswahlentscheidung ein Stück näher zu kommen. Move2Beruf erhöht damit die Qualität der individuellen Berufsorientierung und stärkt zugleich die schulische Umsetzung der KAoA-Standardelemente in Herne.

Der Aktionstag findet einmal jährlich in der Woche nach den Halbjahreszeugnissen statt. Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 8 aller Schulformen (inkl. Berufskollegs) sowie ausbildungssuchende Jugendliche, die derzeit keine Schule besuchen. Die Jugendlichen besuchen mindestens drei Betriebe, die sie über ein digitales Buchungsportal auswählen und buchen. Die Unternehmen bieten Führungen, Mitmachaktionen und Gespräche mit Auszubildenden an.

Move2Beruf startete 2024 mit rund 60 Unternehmen und etwa 800 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern. 2025 beteiligten sich bereits 77 Betriebe und rund 1.300 Jugendliche. Ab 2026 nehmen auch Schulen und Unternehmen aus Bochum teil. Der Aktionstag hat sich als praxisnahes Format bewährt. Die Jugendlichen erleben Berufe direkt im Betrieb, im Austausch mit Auszubildenden und Mitarbeitenden. Die Eigenverantwortung der Teilnehmenden – von der Buchung bis zur Organisation des Tages – fördert ihre Selbstständigkeit und Entscheidungsfähigkeit. Die Erfolgsgeschichten sprechen für sich: Ein Schüler besuchte im Rahmen von Move2Beruf die IT-Firma Pixelschnitzel. Er erhielt zunächst einen Praktikumsplatz und begann im selben Jahr seine Ausbildung. Eine Schülerin besuchte das Verkehrsunternehmen HCR. Beide Seiten waren so begeistert, dass sie sofort einen Ausbildungsvertrag erhielt.

Kommunale Koordinierung

Vernetzung, Input, Praxis – StuBo-Arbeitskreis im Kreis Recklinghausen 

Im Kreis Recklinghausen nehmen rund 70 Schulen von sieben Schulformen in zehn Städten am NRW-Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) teil. Seit 2017 treffen sich die jeweiligen Fachkräfte für Studien- und Berufsorientierungskoordination (StuBo) regelmäßig zum StuBo-Arbeitskreis, um sich zu vernetzen und über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Um Unterrichtsausfälle zu vermeiden und die Treffen für die Schulen so praktikabel wie möglich zu gestalten, finden sie nun in Form von zwei ganztägigen Fachtagungen pro Jahr statt. 

Vor den Sommer- und Weihnachtsferien richten die Koko, die Schulaufsicht und die Regionalkoordination die Fachtagungen aus. Sie sind ein Mix aus Vorträgen im Plenum, Aus tausch und Workshop-Phasen. Am Vormittag geben KoKo und Schulaufsicht Informationen zu aktuellen und wiederkehrenden KAoA-Themen, wie der Umstellung von der Potenzialanalyse auf das Einstiegsinstrument oder dem „Ferienpraktikum NRW“. Die gemeinsame Mittagspause bietet Gelegenheit für Austausch und Vernetzung, und am Nachmittag geben externe Referierende Input zu speziellen Themen, wie Schulabsentismus. Bis zu 90 Teilnehmende nehmen an den Arbeitskreisen teil. 

Die Grundlage für den Erfolg dieses Formats ist die enge Zusammenarbeit zwischen KoKo und Schulaufsicht. Neben dem fachlichen Austausch schätzen die Teilnehmenden vor allem die einfache Möglichkeit, sich zu vernetzen. Der Arbeitskreis hat sich mittlerweile im Kreis Recklinghausen so etabliert, dass KAoA-Partner selbst anfragen, ob sie für aktuelle Informationen und Projekte als Gäste in den StuBo-Arbeitskreis eingeladen werden.

WorkExperienceDay – Dein Weg in die Berufswelt! Neue Wege für die regionale Berufsorientierung

Im Kreis Heinsberg werden bereits zahlreiche Aktivitäten zur Berufsinformation für Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Um die Jugendliche und Betriebe noch besser zusammenzubringen, entwickelte die Kommunale Koordinierungsstelle (KoKo) den WorkExperienceDay (WED) für den Übergang Schule-Beruf im Kreis Heinsberg. Das Projekt soll Schulen, Jugendliche und Betriebe enger vernetzen, die duale Ausbildung sichtbarer machen und die regionale Fachkräftesicherung stärken. Projektpartnerin ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Heinsberg (WFG).

Bei der Entwicklung des Formats arbeiteten die KoKo und die WFG mit Schulen, Unternehmen, Kammern, der Agentur für Arbeit und weiteren Netzwerkpartnern zusammen. Die Jugendlichen waren über einen Workshop aktiv in die Planung einbezogen. Sie gaben dem Projekt seinen Namen und Abkürzung und definierten ihre Erwartungen an den Tag. Für den jährlichen WED öffnen die Betriebe am vierten Donnerstag nach den Sommerferien ab 14 Uhr ihre Türen für maximal zehn Jugendliche und präsentieren ihre Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten. Ihre Angebote beinhalten praktische Einblicke, wie kurze Übungen oder Aufgaben aus dem Berufsalltag und Mitmachaktionen.

Für die gute Resonanz auf den WorkExperienceDay sind zwei Faktoren entscheidend: ein attraktives, abwechslungsreiches Angebot für Schülerinnen und Schüler und eine regelmäßige Bewerbung über verschiedene Kanäle wie Werbekarten, Plakate, Großflächenwerbung, Elterninformationen oder Posts auf Social Media. Die Unternehmen profitieren von flexiblen Zeitmodellen. Damit können sie die Besuche der Jugendlichen optimal in ihre Abläufe integrieren.

Über Beispiele guter Praxis werden Sie fortlaufend informiert, eine Übersicht zu erfolgreichen Aktivitäten der Kommunalen Koordinierungsstellen finden Sie hier zum Herunterladen.