Landesweite Arbeitsmarktkonferenzen: Minister Laumann im Vor-Ort-Austausch über den Arbeitsmarkt im Rheinland
Zweite Arbeitsmarktkonferenz in Köln
Im Rahmen seiner landesweiten Arbeitsmarktkonferenzen hat sich Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am Montag, 28. September 2026, mit Unternehmen, Sozialpartnern, Wirtschaftsorganisationen und weiteren Arbeitsmarktakteurinnen und -akteuren aus dem Rheinland in Köln getroffen. Im Fokus des Austauschs standen die Entwicklung von Beschäftigung und Ausbildung vor dem Hintergrund der Transformation in der stark industriell geprägten Region.
„Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist regional sehr unterschiedlich. Mir ist es deshalb wichtig, vor Ort mit Unternehmen, Beschäftigten und den weiteren Akteuren über ihre spezifische Situation und ihre Bedürfnisse zu sprechen. Ich will wissen: Wo gibt es Probleme und welche genau aber auch, wo Chancen und Wachstumspotential liegen. Nur so können wir zu konkreten Ergebnissen kommen, was wir gemeinsam anpacken können – für einen Arbeitsmarkt, der Beschäftigten und Unternehmen Perspektiven bietet“, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.
Das Rheinland ist eine bedeutende Industrieregion Nordrhein-Westfalens. Besonders bedeutsam für die Region sind die Chemie- sowie die Kunststoff- und Automobilzulieferindustrie. Gerade in der Chemieindustrie und der Fahrzeugbaubranche besteht vor dem Hintergrund von unter anderem Dekarbonisierung, Digitalisierung und einer schwächeren Konjunktur in den letzten Jahren ein hoher Transformationsdruck. Das zeigt sich in der Region auch dadurch, dass Industriearbeitsplätze wegfallen und in Teilen der Region die Beschäftigung zurückgeht. Weiterhin suchen Unternehmen in der Region auch qualifizierte Fachkräfte. Gerade vor dem Hintergrund der Transformationsprozesse ändern sich zugleich die Tätigkeiten und Qualifikationen, die in der Industrie gefragt sind. Zudem sinkt in der Region das Angebot an Ausbildungsplätzen. Dadurch rücken weniger zukünftige Fachkräfte nach und für junge Menschen ist der Einstieg in den Beruf schwieriger.
„Gerade starke Industrieregionen wie das Rheinland spüren den wirtschaftlichen und technologischen Wandel besonders. Mein Ziel ist, dass wir diesen begleiten und die Beschäftigten vor Ort mitnehmen. Dazu müssen wir rechtzeitig wissen, wenn Arbeitsplätze unter Druck geraten und wo und natürlich auch, welche Fähigkeiten künftig gebraucht werden und wo neue Beschäftigung entsteht. So können wir mit Aus- und Weiterbildung und einer besseren Vermittlung ansetzen. Wenn in einem Unternehmen Stellen wegfallen und wenige Kilometer weiter Fachkräfte fehlen, dürfen wir die Menschen nicht erst arbeitslos werden lassen. Wir müssen frühzeitig miteinander reden, qualifizieren und dafür sorgen, dass die Menschen mit ihren Fähigkeiten möglichst in der Region eine neue Perspektive finden“, erklärte Minister Laumann weiter.
Thema bei der Konferenz war daher, wie Beschäftigte angesichts des Wandels im verarbeitenden Gewerbe neue Perspektiven finden können und wie die berufliche Ausbildung gestärkt werden kann. Ein Aspekt davon ist auch, Jugendliche und Betriebe besser zusammenzubringen, da es in der Region mehr gemeldete Bewerberinnen und Bewerber als Ausbildungsstellen gibt und die Zahl der Ausbildungsstellen zudem sinkt.
Dirk Strangfeld, Geschäftsführer Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit: „Das Rheinland ist eine der wichtigsten Wirtschafts- und Wissensregionen in Deutschland und wird gleichzeitig besonders tangiert vom Wandel der Arbeitswelt und des Arbeitsmarktes. Um der Transformation wirksam zu begegnen ist die berufliche Aus- und Weiterbildung der Schlüssel. Die Anforderungen der Unternehmen verändern sich rasant. Für Beschäftigte und für junge Nachwuchskräfte ergeben sich somit neue Qualifizierungsbedarfe und Kompetenzanforderungen. Wir konnten bereits wertvolle Erfahrungen in der Region sammeln und viele Beschäftigte und Unternehmen im Transformationsprozess begleiten. Der heutige Austausch insbesondere mit den Arbeitgebenden liefert uns weitere wertvolle Informationen darüber, welche Ansätze und auch konkrete Vorgehensweisen es bereits gibt, wie Qualifizierungs- und Ausbildungsinhalte in der Zukunft aussehen könnten und wie wir gemeinsam in einem aktiven Netzwerk der Partner die Unterstützungsangebote in der Region noch besser an den Bedürfnissen der Unternehmen und der Menschen ausrichten können.“
Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Köln: „Unternehmen werden dann wieder verstärkt ausbilden und damit in die Fachkräfte von morgen investieren, wenn sie für sich wieder Wachstumsperspektiven sehen. Verlässliche Rahmenbedingungen und Vertrauen in die Politik sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass Betriebe Ausbildungsplätze schaffen.“
„Das Rheinland braucht eine starke Industrie – mit guten, tariflich abgesicherten Arbeitsplätzen. Dafür braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen und Unternehmen, die in ihre Standorte und Beschäftigten investieren. Denn industrielle Kompetenz, die heute verloren geht, lässt sich morgen nicht einfach zurückholen. Das gilt auch für den Fachkräftenachwuchs: Wer jetzt Ausbildungsplätze abbaut, dem fehlen künftig die Fachkräfte. Deshalb gehören die Sicherung von Industriearbeitsplätzen und die Ausbildung junger Menschen für uns untrennbar zusammen“, sagt Natalie Mühlenfeld, Bezirksleiterin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) Köln-Bonn.
Hintergrund:
Arbeitsminister Karl-Josef Laumann besucht im Rahmen seiner Arbeitsmarktkonferenzen sechs Arbeitsmarktregionen Nordrhein-Westfalens: das Bergische Land, das Rheinland, das Ruhrgebiet, Ostwestfalen-Lippe, Südwestfalen und das Münsterland. Die gemeinsam mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit organisierten Austauschformate haben das Ziel, mit den Akteuren vor Ort frühzeitig Veränderungen am Arbeitsmarkt zu besprechen und auf diese zu reagieren. Im Mittelpunkt stehen die Themen Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung, Fachkräftesicherung, Beschäftigtentransfer sowie eine bessere Verzahnung bestehender Unterstützungs- und Vermittlungsangebote für arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen. Mit allen Arbeitsmarktkonferenzen will das Ministerium von einer Bestandsaufnahme zu konkreten Verabredungen für den Arbeitsmarkt der jeweiligen Region kommen. Die Konferenzen sind Teil der Fachkräfteoffensive NRW. Organisiert werden die Arbeitsmarktkonferenzen von der örtlichen Regionalagentur.